Linon heißt „der Faden“,
und diesen wollen wir mit unseren Hörführungen
spinnen. Dabei soll der rote Faden die Besucher durch die
Ausstellung leiten und wichtige thematische Zusammenhänge
herausheben.
Aber auch der Faden vom Exponat zum Besucher ist uns wichtig:
Mit unseren Hörtexten wollen wir die Exponate erschließen,
denn "man sieht nur, was man weiß". An jedem
Ausstellungsgegenstand haften Wissen, Erkenntnisse, Geschichte
und Geschichten, und unser Anliegen ist es, für die
Besucher diese Schatztruhen zu öffnen und sorgfältig
ausgewählte Stücke daraus zu präsentieren
- nur diese und nicht mehr, denn wie schon Heraklit erkannte: "Vielwisserei
lehrt nicht, Verstand zu haben".
Das "Was" liegt uns also sehr am Herzen,
doch das "Wie" nicht minder. Wir achten darauf,
dass unsere Texte gut verständlich, anschaulich und
kurzweilig sind, und wir sind davon überzeugt, dass
dies nicht mit der Präzision der Inhalte in Widerspruch
geraten muss. Das Ziel ist immer, das Original durch unsere
Hörtexte zu erschließen. Und das kann auf vielen
Wegen geschehen – neben dem klassischen Hörkommentar
gibt es viele andere Möglichkeiten, zum Beispiel Hörtexte
in Form kleiner Dialoge oder Hörspiele. Auch Musik kann
mehr sein als nur Untermalung: Ein Gemälde von Paul
Klee gewinnt eine zusätzliche Dimension mit einem Musikbeispiel
von Arnold Schönberg. Und manches Mal ist der beste
Kommentar der O-Ton aus einem Interview mit einem Museumsfachmann,
dessen Sachverstand und Verve jedermann mitreißen.
Was auch immer wir tun - wir gehen stets vom Charakter
der Ausstellung und von den zu vermittelnden Inhalten aus. "Form
follows function", dies gilt für unsere Hörführungen
wie auch für die anderen Medienangebote, vom Wandtext über
das ausstellungsbegleitende Hörbuch bis zur Multimediapräsentation.
Nicht alles was möglich ist, ist auch sinnvoll. Unsere
Fäden sollen niemanden einwickeln, sondern Leitfäden
darstellen – und im Falle eines Falles den Besucher sicher
durch das Labyrint führen. |